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Journal Briefe und Texte

Fünf Fehler beim Schreiben mit KI und wie Sie sie vermeiden

Dr. Annegret Holtkamp

4 Min. Lesezeit

Ein Assistent kann Briefe und Glückwünsche erleichtern, doch einige Stolpersteine wiederholen sich. Dieser Beitrag zeigt, welche Fehler Teilnehmende am häufigsten machen und wie Sie ihnen ruhig

Fünf Fehler beim Schreiben mit KI und wie Sie sie vermeiden

Der erste Fehler: zu knapp gefragt

Viele Teilnehmende tippen anfangs nur einen Satz ein, etwa „Schreibe einen Brief an die Hausverwaltung“, und wundern sich über ein allgemeines Ergebnis. Der Assistent kennt weder Ihren Anlass noch Ihren Ton noch die Vorgeschichte. Er füllt die Lücken mit Annahmen, und diese Annahmen passen selten zu Ihrer Lage.

In unseren Stunden üben wir deshalb, den Auftrag in kleinen Schritten zu beschreiben: Wer schreibt an wen, worum geht es, was soll am Ende geschehen? Schon drei oder vier Sätze Vorbereitung verändern das Ergebnis spürbar. Sie müssen dafür keine Fachsprache lernen, es genügt, so zu erzählen, wie Sie es einer Bekannten am Telefon erklären würden.

Ein hilfreicher Gedanke dabei: Der Assistent ist ein aufmerksamer Schreibgehilfe, der nur das weiß, was Sie ihm sagen. Je ruhiger und vollständiger Sie schildern, desto weniger müssen Sie später korrigieren.

  • Nennen Sie Absender, Empfänger und Anlass
  • Sagen Sie, wie förmlich der Ton sein soll
  • Beschreiben Sie, was der Brief erreichen soll

Der zweite Fehler: den Entwurf ungeprüft übernehmen

Ein fertig klingender Text verleitet dazu, ihn sofort abzuschicken. Doch gerade bei Anträgen und Schreiben an Ämter sind Namen, Aktenzeichen, Fristen und Beträge entscheidend. Ein Assistent kann solche Angaben falsch wiedergeben oder sogar selbst hinzufügen, ohne dass es auffällt.

Wir empfehlen, jeden Entwurf einmal laut zu lesen und dabei alle Zahlen, Namen und Daten mit Ihren Unterlagen abzugleichen. Legen Sie das Originalschreiben daneben und haken Sie jede Angabe ab. Das dauert nur wenige Minuten und gibt Ihnen die Sicherheit, dass nichts Falsches unter Ihrem Namen hinausgeht.

Im Unterricht sehen wir uns gemeinsam an, wie solche Abweichungen aussehen können. Sobald Sie einmal selbst eine entdeckt haben, prüfen Sie von da an von ganz allein gründlicher.

  • Namen und Anschriften mit dem Original vergleichen
  • Beträge, Fristen und Aktenzeichen einzeln abhaken

Der dritte Fehler: der Ton passt nicht zu Ihnen

Ein Glückwunsch zum Geburtstag Ihrer Schwester sollte nach Ihnen klingen, nicht nach einem Formular. Assistenten neigen zu blumigen, etwas steifen Wendungen, die im Familienkreis fremd wirken. Manche Teilnehmende schicken solche Texte dennoch ab, weil sie ihrem eigenen Urteil weniger trauen als dem Bildschirm.

Dabei dürfen Sie jederzeit eingreifen. Bitten Sie um eine schlichtere Fassung, streichen Sie Sätze, die Sie nie sagen würden, und ergänzen Sie eine Erinnerung, die nur Sie kennen. Der Entwurf ist Rohmaterial, kein Urteil. Ihre eigene Stimme macht aus einem Text erst einen Brief, den der Empfänger gern liest.

Hilfreich ist ein Satz wie: „Bitte schreibe herzlich, kurz und ohne große Worte.“ So lernen Sie, den Ton selbst zu steuern, statt ihn hinzunehmen.

Der vierte Fehler: Persönliches unbedacht eingeben

Beim Üben tippen manche Menschen Kontonummern, Gesundheitsangaben oder vollständige Anschriften in den Assistenten, weil es bequem erscheint. Dabei ist nicht immer klar, was mit solchen Eingaben geschieht. Ein vorsichtiger Umgang kostet kaum Mühe und erspart späteren Ärger.

Unsere Regel lautet: Schreiben Sie zunächst mit Platzhaltern wie „Frau M.“ oder „Betrag“ und setzen Sie die echten Angaben erst im fertigen Dokument auf Ihrem eigenen Gerät ein. So behalten Sie die Kontrolle über alles Vertrauliche, und der Text gelingt trotzdem.

Wir besprechen in den Stunden ausführlich, welche Angaben unbedenklich sind und welche nicht. Niemand muss das auswendig wissen. Mit etwas Übung wird das Ersetzen von Platzhaltern zur ruhigen Gewohnheit.

  • Keine Kontodaten oder Passwörter eingeben
  • Platzhalter verwenden, echte Angaben später ergänzen

Der fünfte Fehler: Ungeduld nach dem ersten Versuch

Wer beim ersten Mal einen unbrauchbaren Text erhält, schließt manchmal enttäuscht den Bildschirm und glaubt, die Technik sei nichts für ihn. Dabei ist das Nachfragen der eigentliche Kern der Arbeit: Bitten Sie um eine kürzere Fassung, einen freundlicheren Einstieg oder eine andere Reihenfolge.

Ein guter Brief entsteht selten im ersten Anlauf, auch nicht von Hand. Gerade das Überarbeiten in kleinen Schritten gelingt mit einem Assistenten erstaunlich leicht, weil Sie keine Zeile neu schreiben müssen. Sie sagen, was anders sein soll, und sehen das Ergebnis sofort.

In unseren Stunden nehmen wir uns bewusst Zeit dafür. Sie dürfen langsam sein, Fragen wiederholen und Fehler machen. Geduld ist hier kein Mangel, sondern die Arbeitsweise, die am zuverlässigsten zu guten Texten führt.

Die meisten Fehler beim Schreiben mit KI entstehen aus Eile oder aus zu wenig Vertrauen in das eigene Urteil. Wer genau beschreibt, jeden Entwurf prüft, den eigenen Ton bewahrt, Persönliches schützt und in Ruhe nachbessert, schreibt bessere Briefe als zuvor. Im Unterricht üben wir diese Schritte gemeinsam, ohne Eile und ohne Fachbegriffe.

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