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Journal Hinter den Kulissen

Wie in unserem Unterricht eine Reiseplanung mit einem Assistenten entsteht

Dr. Annegret Holtkamp

4 Min. Lesezeit

Ein Blick in den Unterrichtsraum: Wie wir mit Teilnehmenden Schritt für Schritt eine Reise entwerfen, Vorschläge des Assistenten prüfen und am Ende einen ruhigen Tagesablauf in der Hand halten.

Wie eine Reiseplanung mit Assistent in unserem Unterricht entsteht

Ein Tisch, eine Karte, ein Tablet

Wenn eine Teilnehmerin zum ersten Mal zum Modul Reisen planen kommt, liegt bei uns zunächst keine Technik im Mittelpunkt, sondern ein Blatt Papier. Wir fragen: Wohin möchten Sie, mit wem, wie lange und was soll auf keinen Fall passieren? Aus diesen Antworten entsteht der Auftrag an den Assistenten. Erst danach schalten wir das Tablet ein.

Dieser Beginn ist Absicht. Wer den eigenen Wunsch klar benennen kann, bekommt vom Assistenten brauchbarere Vorschläge und erkennt schneller, wenn eine Antwort an den eigenen Bedürfnissen vorbeigeht. Ich sitze dabei neben Ihnen, nicht gegenüber, und wir schauen gemeinsam auf denselben Bildschirm. Fragen sind jederzeit willkommen, auch die, die Sie für zu einfach halten.

Die erste Frage an den Assistenten

Wir formulieren die erste Anfrage zusammen, in ganz normalen Sätzen, so wie Sie einer Bekannten im Reisebüro Ihren Wunsch schildern würden. Zum Beispiel: Ich möchte vier Tage an die Nordsee, ich gehe nicht gern weit zu Fuß und mag ruhige Orte. Der Assistent antwortet mit einem Entwurf, den wir nicht als Ergebnis behandeln, sondern als Gesprächsanfang.

Viele sind erstaunt, dass man nachfragen darf, so oft man möchte. Ist der Vorschlag zu voll, bitten wir um weniger Programm. Ist ein Ort zu weit entfernt, nennen wir eine Grenze. Dieses Nachjustieren üben wir bewusst, denn es nimmt die Scheu, einem Programm zu widersprechen.

  • Wunsch zuerst auf Papier festhalten
  • In ganzen Sätzen fragen, ohne Fachwörter
  • Entwurf als Gesprächsanfang verstehen

Prüfen, bevor etwas gebucht wird

Der wichtigste Teil des Moduls ist das Prüfen. Ein Assistent kann plausibel klingen und dennoch irren: Öffnungszeiten ändern sich, Entfernungen werden zu knapp geschätzt, Unterkünfte passen nicht zu den genannten Wünschen. Deshalb gehen wir jede Angabe, die für Ihre Reise wichtig ist, noch einmal an einer zweiten Quelle durch, etwa auf der Seite der Unterkunft selbst oder in einem Fahrplan.

Wir üben außerdem, den Assistenten zu bitten, seine eigenen Angaben zu begründen und Unsicheres zu benennen. Das ersetzt die Prüfung nicht, hilft aber, die richtigen Stellen zu finden. Gebucht wird in unserem Unterricht nichts; die Entscheidung und der letzte Schritt bleiben ganz bei Ihnen zu Hause.

  • Zeiten, Wege und Preise gegenprüfen
  • Den Assistenten um Begründungen bitten
  • Entscheidung bleibt bei Ihnen

Vom Entwurf zum ruhigen Tagesablauf

Sind Ziel und Unterkunft geklärt, gestalten wir gemeinsam die einzelnen Tage. Wir achten auf Pausen, auf kurze Wege und auf Zeitpuffer. Der Assistent schlägt vor, wir streichen, tauschen und kürzen, bis der Plan zu Ihrem Tempo passt. Manche Teilnehmende wünschen sich nur drei Programmpunkte pro Tag, andere ein festes Mittagessen um dieselbe Uhrzeit.

Am Ende steht ein übersichtlicher Ablauf, den wir in großer Schrift ausdrucken können. Er enthält Abfahrtszeiten, Adressen der Unterkunft und eine kurze Liste dessen, was eingepackt werden soll. Wer möchte, legt zusätzlich eine Erinnerung auf dem Telefon an, die am Abreisetag leise an die wichtigsten Dinge denken lässt.

Wenn etwas nicht gelingt

Nicht jede Sitzung verläuft glatt. Manchmal versteht der Assistent eine Frage falsch oder liefert Vorschläge, die weit an der Sache vorbeigehen. Wir behandeln das nicht als Scheitern, sondern als Teil des Lernens. Dann formulieren wir die Frage neu, teilen sie in kleinere Schritte oder legen sie für die nächste Stunde beiseite.

Wichtig ist mir, dass niemand das Gefühl mitnimmt, es liege an ihm oder ihr. Die Werkzeuge sind unvollkommen, und genau das zu erkennen, macht Sie zu einer sicheren Anwenderin oder einem sicheren Anwender. Zwischen den Terminen dürfen Sie sich bei Rückfragen jederzeit bei uns melden.

Was Sie aus dem Modul mitnehmen

Am Ende des Moduls können Sie selbstständig einen Reisewunsch formulieren, Vorschläge einordnen und einen Tagesablauf nach Ihrem Maß gestalten. Sie wissen, welche Angaben Sie prüfen sollten und wo Sie dafür nachsehen. Das ist ein realistisches Ziel, kein Versprechen auf perfekte Reisen.

Viele Teilnehmende berichten, dass ihnen schon das Planen mehr Freude macht als früher. Sie müssen keine Technik beherrschen, um dabei zu sein; Neugier und ein wenig Geduld genügen. Bringen Sie gern ein Reiseziel mit, von dem Sie schon lange träumen, wir beginnen dort.

Reisen zu planen ist bei uns ein ruhiges Handwerk: erst der eigene Wunsch, dann der Entwurf des Assistenten, danach die sorgfältige Prüfung. So bleibt jede Entscheidung in Ihrer Hand, und der Assistent ist das, was er sein soll, ein Hilfsmittel am Tisch, das geduldig zuarbeitet.

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